Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
Druckversion vom 24.02.2009
URL: http://www.reha-klinik.de/pressespiegel/alkohol-nicht-zur-vorbeugung-geeignet.html
Vortrag über Herzinfarkt und Schlaganfall
(HNA, 19.05.2003)
Bad Sooden-Allendorf. Kaum jemand macht sich
Gedanken um die persönlichen Risikofaktoren, einen Schlaganfall,
einen Herzinfarkt oder eine arterielle Verschlusskrankheit zu
erleiden, warnten die Referenten der jüngsten
Informationsveranstaltung in der Badestädter Klinik Hoher
Meissner:
110 Zuschauer folgten den Worten von Dr. Carsten Schröter, dem
Regionalbeauftragten der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und
Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik, Horst Raue, dem
Regionalbeauftragten der Deutschen Herzstiftung, Dr. Torsten
Eggeling, Arzt für Innere Medizin in Eschwege, und Dr. Joachim
Joester, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung des Krankenhauses
Witzenhausen.
Rat: Spätestens ab 45 immer mal zur Untersuchung
Möglichst ohne den mahnenden Zeigefinger informierten die Referenten über Risikofaktoren und Vorbeugung. Dr. Eggeling legte dabei den Schwerpunkt auf die Problematik des Rauchens und auf die Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Cholesterinwerten. Spätestens ab dem 45. Lebensjahr sollten regelmäßig Untersuchungen diesbezüglich stattfinden. Ein Herzinfarkt sei zudem oft nur schwer zu erkennen. Nur 25 Prozent der Patienten nähmen bei Auftreten der Symptome sofort an, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt. Bei Diabetikern könne ein Herzinfarkt sogar schmerzlos ablaufen.
"Die gleichen Risikofaktoren wie beim Herzinfarkt gelten für den Schlaganfall", so Dr. Schröter. Darüber hinaus berichtete er, auch bestimmte Herzrhythmusstörungen könnten gehäuft zu Schlaganfällen führen. Wenn diese rechtzeitig entdeckt würden, könne mit Medikamenten das Risiko effektiv um immerhin 70 Prozent vermindert werden.
Häufig wurde die Frage nach dem Zusammenhang von Alkohol und
Gefäßerkrankungen gestellt. Nicht nur französische Untersuchungen
hätten gezeigt, dass geringe Mengen Alkohol das Risiko, eine solche
Erkrankung zu erleiden, senken. Die Empfehlung, mit Alkohol
Vorbeugung zu betreiben, könne trotzdem nicht gegeben werden: Bei
Männern steige ab einer Alkoholmenge von 40 Gramm pro Tag, was
einer halben Flasche Wein, einem Liter Bier oder 5 Schnäpsen
entspreche, das Schlaganfall-Risiko deutlich, bei Frauen liege die
Grenze sogar bei der halben Alkoholmenge.
Dr. Joester stellte dann mit Bildern dar, was passiert, wenn
Durchblutungsstörungen an den Beinen nicht erkannt werden: Hier
komme es zu einer schleichenden Minderversorgung des Gewebes mit
Absterben zunächst einzelner Zehen und Wundheilungsstörungen.
Viele Fragen und eine lebhafte Diskussion zeigten das Interesse der
Zuhörer. (NH)
Organisatoren und Referenten: DR. Torsten Eggeling, Horst Raue, Dr. Carsten Schröter und Dr. Joachim Joester sind mit der Resonanz ihrer Veranstaltung zufrieden.