Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
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Seite: Hartes Training hilft nicht weiter


Hartes Training hilft nicht weiter

Schlimme Folgen Foto: dpa
(HNA, 18.03.2005)

Klinik Hoher Meissner: Öffentliche Information zu Folge-Erkrankungen der Kinderlähmung

Bad Sooden-Allendorf. Eigentlich liegt die Kinderlähmung von Bernd F. lange zurück. 1958 hat er sie durchgemacht und nur eine Schwäche der Fußheber war zurückgeblieben. Bis 1986 die Beschwerden zunahmen, sich Bernd. F. immer weniger belasten konnte. Diagnose Post-Polio-Syndrom (PPS). Zu diesem Thema gibt es am Samstag eine Info-Veranstaltung in der Klinik Hoher Meissner.
Eingeladen haben dazu Dr. Carsten Schröter, Chefarzt Neurologie, und Edeltraud Hendrich, Präsidentin der Polio-Allianz, einer Selbsthilfegesellschaft für Menschen, die die Kinderlähmung durchgemacht haben.
Gezeigt werden soll, was Patienten mit dem Post-Polio-Syndrom tun können, um die Probleme in den Griff zu bekommen. So werden am Vormittag Rehabilitationsprogramme vorgestellt und eine spezielle Ernährungsberatung geboten. Thema sind auch physiotherapeutische Behandlungen: die hauseigenen Physiotherapeutinnen Ida Stricker und Jutta Höftmann werden Tipps geben und Übungen zeigen: "Schmerz - Wie helfe ich mir selbst?"
Dann stehen eine Klinikführung und das Mittagessen auf dem Programm. Am Nachmittag wird dann der wissenschaftliche Beirat der Polio-Allianz tagen.
Dr. Carsten Schröter hat in den vergangenen fünf Jahren mit dem Aufbau des Schwerpunktes neuromuskulärer Erkrankungen in der Neurologie der Klinik Hoher Meissner auch ein Behandlungsprogramm für Patienten mit PPS entwickelt.
Problem bei den Betroffenen sind oft die Folgen der Überbeanspruchung. Denn, wie Schröter sagt, "haben sie oft über Jahre gelernt, das Maximale aus ihrem Körper herauszuholen, um im Alltag gegenüber Nichtbehinderten bestehen zu können. Sie sind meist sehr leistungsorientiert".
Genau darin liegt ein Problem: Denn die Patienten müssen nun lernen, den Körper nicht maximal zu belasten -sie sollen nicht intensiv trainieren oder arbeiten, sondern mit ihren Ressourcen haushalten, wie Schröter erläutert.
"Deshalb hilft ein intensives Training nicht weiter", sagt Neurologie Schröter. Im Gegenteil: Erschöpfendes Training kann die Schwächen verstärken.
Es geht also darum, durch ein dosiertes Training, Funktionen von Muskeln und Bewegungsapparat zu verbessern und die Ausdauer zu steigern. Dieses Zurückschalten von der Hochbelastung auf deinen dosierten Kräfteeinsatz ist schwierig. Durch die Info-Veranstaltung hoffen Dr. Schröter und Edeltraud Hendrich Wege aufzuzeigen, besser mit PPS umgehen zu können. (TKO).

 




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