Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
Druckversion vom 24.02.2009
URL: http://www.reha-klinik.de/pressespiegel/hilfe-fuer-patienten-und-angehoerige.html
Schlaganfall
(HNA, 19.05.2000)
Eine neue Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Patienten soll für den Kreis aufgebaut werden. Den Anstoß soll eine Vortragsveranstaltung an der Klinik Hoher Meißner geben.
Bad Sooden-Allendorf. Jährlich erleiden 200000 Bundesbürger einen Schlaganfall. Derzeit dürften rund 800000 Menschen in Deutschland leben, die mit den Folgen des Schlaganfalls zu kämpfen haben.
Viele davon mit bleibenden Behinderungen wie Lähmungen und
Sprachstörungen. Dr. med. Carsten Schröter, seit 1. März Chefarzt
der Neurologischen Abteilung an der Klinik Hoher Meißner in Bad
Sooden-Allendorf, hat die Initiative für den Aufbau einer neuen
Selbsthilfegruppe im Kreis ergriffen.
In seinem früheren Tätigkeitsfeld an der Weserbergland-Klinik in
Höxter hat er feststellen können, dass es dafür in der Region
Höxter/Holzminden einen großen Bedarf gegeben hat. Zum ersten
Vortrag kamen rund 120 Interessierte, in der Gruppe arbeiteten dann
um die 60 Betroffene oder Angehörige mit.
Der Schlaganfall bedroht Menschen mit zunehmendem Lebensalter, aber
auch die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen kann der Schicksalsschlag
ereilen. Und das aus heiterem Himmel. Sogar Kinder können betroffen
sein.
Die häufigste Ursache von Schlaganfällen ist nach den Worten des
Chefarztes in etwa 80% eine Mangeldurchblutung, weil eine zum
Gehirn führende Arterie plötzlich verstopft ist. Die oft
zugrundeliegende Arteriosklerose könne man nicht vollständig
verhindern, aber aufhalten.
Eine wichtige Möglichkeit der Vorbeugung stellt das Erkennen der
Risikofaktoren dar. Dazu gehören die aufmerksame Beobachtung des
hohen Blutdruckes und die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen,
aber auch genügend körperliche Bewegung.
Aber nicht immer lässt sich ein Schlaganfall verhindern. Ein
solches Ereignis verändert das Leben des Einzelnen und seiner
Angehörigen erheblich: "Nichts bleibt, wie es ist." Für viele
chronisch Erkrankte (z. B. Rheumatiker oder MS-Kranke) gibt es
aktive Selbsthilfegruppen, für Schlaganfall-Erkrankte fehlen solche
Einrichtungen noch in vielen Regionen. Deshalb soll mit der
Gründung in der Kurstadt eine Lücke geschlossen werden.
Die Gruppen sollen Möglichkeiten zum Austausch von Erfahrungen und
Informationen bieten. Es können eigene Therapiegruppen
(Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie) aufgebaut
werden.
Dr. Schröter und Mitarbeiter der Klinik, die Deutsche Schlaganfallhilfe und auch die Krankenkassen wollen aktiv den Aufbau der Selbsthilfegruppe unterstützen. (k)