Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
Druckversion vom 24.02.2009
URL: http://www.reha-klinik.de/pressespiegel/krankenhaus-sozialarbeit-im-wandel.html
Die Tätigkeiten der Sozialarbeiter in Krankenhäusern haben sich verändert. Mehr Aufgaben und Fallzahlen stehen oft weniger Personalstellen gegenüber. Das wurde beim Workshop in der Klinik Hoher Meissner deutlich.
(HNA, 23.11.2000)
Bad Sooden-Allendorf.
25 Sozialarbeiter, zum Teil aus den Krankenhäusern im Kreis, aber auch aus Göttingen, Kassel, Marburg und Frankfurt, waren kürzlich zu Gast in der Klinik Hoher Meisser in Bad Sooden-Allendorf. Grund des Besuches war ein eintägiger Workshop zum Thema Sozialarbeiter im Krankenhaus.
Fazit der Tagung: Die Aufgabe der Sozialarbeit im Krankenhaus hat sich deutlich verändert. Stand noch vor wenigen Jahren die umfassende psychosoziale Betreuung und persönliche Betreuung der Patienten im Vordergrund, muss die Sozialarbeit heute helfen, möglichst frühzeitig Patienten aus Akutkrankenhäusern in die weiterführende Versorgung zu vermitteln, um damit sogenannte Fehlbelegungen zu verhindern und zu verringern.
Diese Veränderungen sind in erster Linie durch die Vorgaben der
Gesundheitspolitik entstanden. Nach Schätzungen der Deutschen
Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus, (DVSK) haben sich
in den vergangenen 10 Jahren die Fallzahlen verdoppelt.
Gleichzeitig hat sich die Zahl der Themen erhöht, mit denen die
Krankenhaussozialdienste konfrontiert werden. Obwohl die
Sozialarbeit im Krankenhaus also erheblich an Bedeutung gewonnen
und wesentlich mehr Aufgaben zu bewältigen hat, ist der
Personalstand jedoch nicht angepasst worden, in einigen Bereich
wurden Stellen gekürzt.
Zudem resultiert durch den Kostendruck zur Rechtfertigung der
geleisteten Arbeit. Gerade in der Sozialarbeit, wo Gespräche in die
zentrale Tätigkeit darstellen, lässt sich die Qualität nur schwer
messen- auch das war Thema des Workshops.
Die Klinik Hoher Meissner wurde übrigens als Rehabilitationsklinik
mit den Indikationen Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin in
Deutschland nach den ISO DIN-Normen und
Degemed-Qualitätsgrundsätzen im Sommer 1999 zertifiziert.
Mehr Wirtschaftlichkeit
Als Referent berichtete Dr.
Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung in der
Klinik Hoher Meissner, über Definition und Grundlagen, Qualität und
Qualitätssicherung. Die zentralen Begriffe in diesem Zusammenhang
sind Qualitätsplanung, -lenkung, -sicherung und -verbesserung. Im
Krankenhaus gehören dazu Patientenorientierung, Vorbildfunktion der
Krankenhausleitung, Festlegung einer Qualitätspolitik, Einbeziehung
aller Mitarbeiter, Einrichtung und Weiterentwicklung eines
Qualitätsmanagementsystems sowie kontinuierliche Verbesserung und
Wirtschaftlichkeit.
Anschließend stellte Frau Dietrich-Fräntzel, Qualitätsbeauftragte
der Klinik, das Qualitätsmanagement und den Weg zur Zertifizierung
dar. In Kleingruppen wurde am Beispiel der Schlaganfallpatienten
diskutiert, was Qualität in der Sozialarbeit ausmacht, bezogen auf
die Weiterversorgung nach Akut- und Rehabilitationsbehandlung,
berufliche Eingliederung oder Angehörigenarbeit.
Angehörigenarbeit
Bezogen auf die Angehörigenarbeit
wurde deutlich, dass Offenheit und Ehrlichkeit im Gespräch und das
Zuhören können wichtige Grundlagen, aber kaum messbar sind. Dieser
Aspekt kann nur durch Patienten- und Angehörigenbefragungen nach
Ende der stationären Behandlung geklärt werden. Aussagen zum
Leistungsumfang, nicht aber zur Qualität können Statistiken
bieten.
Die Workshopteilnehmer informierten sich auch über das
Mitarbeiter-Qualitätshandbuch der Klinik. Darin sind regelmäßige
Absprachen zwischen Stationsarzt, Ober- und Chefarzt, Patient und
Therapeuten festgelegt. Abschließend stellte Herr Fenske,
Sozialarbeiter und Physiotherapeut, das Leitbild der Klinik dar.
(nh/tko)
Referierte während des Workshops über Qualitätssicherung im Krankenhaus: Dr. Carsten Schröter.