Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
Druckversion vom 24.02.2009
URL: http://www.reha-klinik.de/pressespiegel/selbsthilfe-bei-schmerzen.html
Zur Schmerzwoche in Bad Sooden-Allendorf kamen die Besucher von weit her
(HNA, 23.05.2004)
Bad Sooden-Allendorf:
Über 300 Patienten und interessierte Laien kamen in die Klinik
Hoher Meissner und die Sonneberg-Klinik nach Bad Sooden-Allendorf,
um sich über Schmerzursachen und -behandlungen zu informieren. Sie
kamen über den Werra-Meißner-Kreis hinaus auch aus Göttingen und
Kassel.
Die von Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Dr. Petra Brückner, Chefärztin der Orthopädischen Abteilung, ins Leben gerufene Woche zur Information von Patienten und interessierten Laien hatten im vergangenen Jahr viel Anklang gefunden. Die besonders brennenden Themen der Fibromyalgie, Arthrose und chronische Kopfschmerzen wurden deshalb auch in diesem Jahr wieder ins Programm übernommen. Dabei betonten Brückner und Schröter in ihren Vorträgen jeweils, dass vor der Behandlung des chronischen Schmerzes die Diagnostik steht. Schließlich ist Schmerz ein Warnsignal des Körpers, das eine drohende oder stattfindende Gewebsschädigung anzeigt.
Oft wird Schmerz aber chronisch, ohne dass die auslösende Störung noch besteht. Oder die Schmerzursache ist beim Verschleiß vieler Gelenke (Polyarthrose) oder der Migräne nicht zu beheben. In diesen Fällen ist eine Therapie mit mehreren Facetten zu planen. Bei Schmerzen im orthopädischen Bereich steht meist die bewegungsfördernde Behandlung, die Physiotherapie oder Krankengymnastik, im Vordergrund, zudem die physikalische Therapie mit Massagen, Elektro-, Wärme- und Wassertherapien. Als ganz wichtige Facette hat sich dabei in den letzten Jahren zunehmend auch die psychologische Schmerztherapie herauskristallisiert, wie Dr. Brückner betonte. Als Orthopädin -und damit Organmedizinerin- hatte sie in der Rehabilitation die Bedeutung dieses Bereiches kennen und schätzen gelernt. Dabei geht es nicht darum den chronischen Schmerz als "Psycho" abzuschieben. Entspannungstechniken wie das autogene Training und die progressive Muskelrelaxation sind heute als Therapieelement anerkannt. Auch der Umgang mit Schmerz und Stress, die Schmerz- und Stressbewältigung sind wesentliche Bestandteile einer erfolgreichen Schmerztherapie.
Dr. Schröter stellte zunächst die "normalen" Schmerzmedikamente vor, Handelsnamen sind alle gut bekannt, Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen usw., die Liste ließe sich noch weit verlängern. Dabei sind diese Medikamente für die Behandlung des chronischen Schmerzes wenig geeignet. Opiate werden heute nicht nur beim chronischen Tumorschmerz eingesetzt, sonder auch bei chronischen Schmerzen anderer Ursache. Dabei ist bei richtiger Indikationsstellung und richtiger Anwendung beim Schmerzpatienten die Suchtentwicklung selten, eine körperliche Abhängigkeit aber unvermeidbar.
Erstmals beteiligte sich auch an der Schmerzwoche die Sonnenberg-Klinik. Professor M. Heim, Chefarzt der Klinik, führte die Thematik des chronischen Tumorschmerzes ein, Oberarzt Dr. M. Gabrys beschäftigte sich mit der medikamentösen Behandlung des Tumorschmerzes.
Der Abschluss der Veranstaltung war am Samstag "wie helfe ich mir selbst". Taiji-Quan, Feldenkrais, Stretching, Infrarot-Kabine und Hyperthermie-Liege sowie die medizinische Trainingstherapie wurde vorgestellt. 60 Personen nahmen an den Vorführungen teil.
Nach einführenden Worten von Dr. Brückner verteilten sich die Besucher in den Therapieräumen. Besonders begeistert waren die Teilnehmer vom Taiji-Quan aus der traditionellen chinesischen Therapie und der Körpererfahrung nach Feldenkrais. "Das mach ich zuhause weiter", war danach immer wieder zu hören.
(WR)
Von Vorführungen aus der traditionellen chinesischen Therapie
des Taji-Quan waren die Besucher besonders angetan.
Foto. WR