Klinik Hoher Meißner Bad Sooden-Allendorf - Fachklinik und Reha-Klinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung.
Druckversion vom 24.02.2009
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Vortragsveranstaltung - Mediziner locken auch Junge
(HNA, 09.05.2001)
Dr. Torsten Eggeling, Dr. Joachim-P. Joester, Dr. Carsten Schröter und Frank Siepmann von der Barmer in Eschwege informieren vm Donnerstag in Eschwege über Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverschlüsse. (Foto: Kopietz) Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefässverschlüsse sind Massenkrankheiten. Das Problem: Die Alarmsignale werden oft nicht erkannt. Auch deshalb informieren Mediziner über die Krankheiten.
Eschwege/Bad Sooden-Allendorf.Den Schlag, der ihm den Namen gab, spürt der Betroffene nicht unbedingt: Die Symptome des Schlaganfalls, der allerdings das Leben schlagartig verändert, sind diffus und für Laien oft schwer erkennbar. Gleiches gilt für den Herzinfarkt und den Gefäßverschluss.
"Oft werden die Symptome nicht ernst genommen", sagt Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologie an der Klinik Hoher Meißner (Bad Sooden-Allendorf). Doch die drei Krankheitsbilder sind Massenphänomene: 250000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. 200000 einen Schlaganfall und gar 3,3 Millionen Menschen leben mehr oder weniger gut mit einer arteriellen Verschlusskrankheit. Die Folgen sind schlimm: Beinahe jeder zweite Bundesbürger stirb so an den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen oder einem Schlaganfall. Zum Vergleich: 20% aller Todesfälle gehen auf die Geißel Krebs zurück.
"Aufklärungsarbeit ist daher unverzichtbar", so Schröter. Eine weitreichende Aufklärung funktioniere nur über die Öffentlichkeit - auch das weiß der Neurologe, der sich intensiv darum bemüht. Mit ihm engagieren sich Kollegen aus dem Werra-Meißner-Kreis: Dr. Torsten Eggeling (Oberarzt der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie am Kreiskrankenhaus Eschwege) und Dr. Joachim P. Joester (Gefäßchirurg und Oberarzt der Chirurgie im Stadt- und Kreiskrankenhaus Witzenhausen). Sie unterstützen und informieren während der Info-Verstaltung am Donnerstag im Eschweger Lindenhof. Mit im Boot sitzt auch die Barmer Ersatzkasse und Frank Siepmann, Geschäftsstellenleiter in Eschwege. Denn auch den Krankenkassen kann eine Vorbeugung und rechtzeitige Behandlung nur recht sein - "das spart teure Folgebehandlungen und langwierige Reha-Therapien", so Siepmann. Außerdem werde der Prävention wieder eine stärkere Aufmerksamkeit gewidmet als zu Zeiten der Seehoferschen Kürzungswelle.
Es geht um Minuten
Aufklärung, das heißt auch:
Lebensrettung. Denn sowohl beim Schlaganfall als auch beim
Herzinfarkt sind "das richtige Einordnen der Symptome und die
schnelle Behandlung enorm wichtig", wie Dr. Torsten Eggeling sagt.
Denn, die Uhr tickt bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt
unaufhaltsam gegen den Betroffenen. "Es geht um Minuten", so Dr.
Carsten Schröter. Pauschal gelte die Regel: Je früher die
Behandlung begonnen werden kann, desto besser sind die Chancen und
geringer die Folgeschäden.
Doch zum einschneidenden Erlebnis, Anfall oder Infarkt muß es
nicht immer kommen. Deshalb wollen die Referenten ausdrücklich auf
die Risikofaktoren wie Nikotin oder Diabetes hinweisen. Eggling:
"Viele fühlen sich nicht angesprochen oder bedroht, obwohl sie zur
Risikogruppe gehören."
Die Veranstaltung steht im Rahmen des "Internationalen Tag des
Schlaganfalls". Die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe stützt
diesen mit einer Kampagne: "Arterien - alles im Fluss? 5 Minuten
für den Rest deines Lebens" überschreibt sie einen Fragebogen. Nach
dessen Beantwortung steht das individuelle Risikoprofil -
unverrückbar. Dazu werden Tipps zur Vorbeugung gegeben. Erhältlich
ist der Fragebogen bei der Barmer Ersatzkasse und der Veranstaltung
im Lindenhof.
Dorthin wollen die Mediziner auch "viele junge Leute schicken", wie Torsten Eggeling wünscht. Ironisch untermauert Carsten Schröter diesen Wunsch und weist auf die Gefahren der drei Krankheitsbilder für jüngere Menschen hin: "Schlaganfälle sind nur etwas für ganz alte Leute, so ab 29." (tko).
Vortragsveranstaltung zum Internationalen Tag des Schlaganfalls: Donnerstag, 10. Mai, 19 Uhr im "Lindenhof", Friedrich-Wilhelm-Str. in Eschwege.