Die Pathogenese der Arthrose ist nach übereinstimmender Meinung ein multifaktorielles Geschehen, bei welchem die zunehmende Knorpeldestruktion eine zentrale Rolle einnimmt.
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Arthrose - Ursachen

Die Pathogenese der Arthrose ist nach übereinstimmender Meinung ein multifaktorielles Geschehen, bei welchem die zunehmende Knorpeldestruktion eine zentrale Rolle einnimmt.

Verschiedenste Faktoren können zu einem Knorpelschaden mit Knorpelabrieb und parallel verlaufenden Entzündungsprozessen führen.

A - individuelle körperliche Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Verletzungen und posttraumatische Fehlstellung, die die natürliche Gelenkfunktion beeinträchtigen
  • Angeborene bzw. wachstumsbedingte Fehlstellung von Gelenken und Knochen (z.B. Fußfehlstellung, X- oder O-Beine, Hüftdysplasie
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht)
  • Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen, wie Lupus erythematodes)
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

B - mögliche arbeitsbezogene Risikofaktoren

  • Schwere körperliche Arbeit (Heben und Tragen von Lasten)
  • Einseitige und monotone Belastungen (statische Muskelarbeit)
  • Ungünstige Haltung (Zwangshaltungen und repetitive Bewegungen)
  • Vibrationen

Örtlich umschriebene, mechanische Überbeanspruchung von Knorpelpartien in Tragzonen eines Gelenkes bedingen eine vorzeitige Gelenkabnutzung. Am Kniegelenk stellt sich die Arthrose häufig als Folge einer Achsfehlstellung ein.
Beim O-Bein oder X-Bein erfolgt die Kraftübertragung vom Oberschenkelknochen auf den Unterschenkelknochen nicht flächenhaft, sondern die Übertragungsfläche ist verkleinert und die Druckwerte dementsprechend erhöht.

Analog zum Kniegelenk resultiert auch im Hüftgelenk eine Knorpelüberbelastung mit sekundärer Knorpelschädigung und Arthrose bei einem Missverhältnis zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne. Bei einem normalen Hüftgelenk ist ein gut gerundeter Oberschenkelkopf von einer entsprechend großen Hüftgelenkspfanne überdacht, so dass die Kraftübertragung auf eine große Fläche verteilt wird. Bei angeborener, zu kleiner Hüftpfanne (Dysplasie) wird der Hüftkopf nicht vollständig überdacht, so dass sich hohe Druckbelastungszonen entwickeln.

Auf dieses Missverhältnis der gelenkbildenden Flächen reagieren die Gelenke mit Knorpelabrieb, Entzündungsreaktion, Knorpeldefekten und Reaktion des unter dem Knorpel gelegenen Knochens, letztlich dem Vollbild der Arthrose.

Heute werden Hüftgelenksarthrosen in Folge einer angeborenen Hüftdysplasie durch die routinemäßigen Neugeborenenuntersuchungen mit Ultraschall der Hüftgelenke weitgehend vermieden. Eine angeborene Hüftfehlstellung lässt sich im Ultraschall frühzeitig und einfach erfassen und kann durch mehrmonatiges Tragen einer Spreizhose gut korrigiert werden. Bei Vorliegen einer rheumatischen Grunderkrankung entwickeln sich ebenfalls schwere Gelenkabnutzungen, die sich nicht auf ein Gelenk konzentrieren, sondern viele Gelenke ergreifen. Eine chronische Polyarthritis tritt familiär gehäuft auf, es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung.

Die Entzündungsreaktionen stehen bei der rheumatischen Grunderkrankung im Vordergrund. Diese beschränken sich nicht nur auf die Gelenkinnenhaut, sondern auch auf Knorpel, Bänder und Knochen. Die typische klinische Symptomatik eines Rheumagelenkes ist gekennzeichnet durch Entzündungszeichen wie Gelenkschwellung, Gelenkrötung und Übererwärmung, Schmerz und zunehmender Gelenkzerstörung. In akuten Phasen der chronischen Polyarthritis lassen sich Entzündungsparameter im Blut laborchemisch nachweisen. Beim Vorliegen einer Gicht können sich sekundär schwere Gelenkarthrosen entwickeln. Harnsäurekristalle werden im Gelenk abgelagert und verursachen eine Gelenkinnenhautentzündung. Das führt sekundär zur Gelenkzerstörung und zu Gelenkdeformierung, also zur Arthrose. Von den gichttypischen Gelenkveränderungen sind vor allem die Großzehengrundgelenke und mit weitem Abstand Sprung-, Hand-, Fußwurzel-, Knie- und Fingergelenke betroffen.

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Beispiele von Ursachen

O-Bein oder X-Bein
O-Bein oder X-Bein
Beim O-Bein oder X-Bein erfolgt die Kraftübertragung vom Oberschenkelknochen auf den Unterschenkelknochen nicht flächenhaft, sondern die Übertragungsfläche ist verkleinert und die Druckwerte dementsprechend erhöht.
Kniegelenk Hüftgelenk
Kniegelenk Hüftgelenk
Analog zum Kniegelenk resultiert auch im Hüftgelenk eine Knorpelüberbelastung mit sekundärer Knorpelschädigung und Arthrose bei einem Missverhältnis zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne.
Entzündungsreaktionen
Entzündungsreaktionen
Harnsäurekristalle werden im Gelenk abgelagert und verursachen eine Gelenkinnenhautentzündung. Das führt sekundär zur Gelenkzerstörung und zu Gelenkdeformierung, also zur Arthrose.
Großzehengrundgelenksarthrose
Großzehengrundgelenksarthrose
Von den gichttypischen Gelenkveränderungen sind vor allem die Großzehengrundgelenke und mit weitem Abstand Sprung-, Hand-, Fußwurzel-, Knie- und Fingergelenke betroffen.
 

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