
Bezogen auf die unteren Extremitäten gehören Frakturen des Femur zu den häufigsten Verletzungen.
Nach der Verletzungshöhe unterteilt man die Frakturen des Femurkopfes, in hüftnahe Frakturen (Schenkelhalsfrakturen, Frakturen der Trochanterregion), in Frakturen des Femurschaftes sowie in Frakturen des knienahen Femurs.
Mehr als 2/3 aller Femurfrakturen sind hüftnah und insbesondere handelt es sich hier um Verletzungen des höheren Lebensalters, begünstigt durch eine Osteoporose sowie durch einen kleiner gewordenen Schenkelhals-Schaftwinkel. Oft resultieren in höherem Alter bereits durch banale Traumen hüftnahe Oberschenkelbrüche.
Diagnostik:
Die Patienten schildern starke Schmerzen im Rahmen der Frakturentstehung und können die entsprechende Extremität nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt belasten. Besonders die Schenkelhalsfrakturen bieten mit der nachfolgenden Beinverkürzung, Beinanspreizung und -außenrotation, ein sehr typisches klinisches Bild. Die Diagnose von Femurfrakturen wird durch eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen gestellt, evtl. bei schwieriger Fragestellung unter Hinzuziehung von Schnittbilduntersuchungen.
Auf mögliche Begleitverletzungen der Nerven und Gefäße ist zu achten. Hüftkopfnekrosen stellen gefürchtete posttraumatische Komplikationen dar.
Therapie, Rehabilitation:
Nur ausnahmsweise kann bei sogenannten eingestauchten,
achsgerecht stehenden Frakturen konservativ behandelt werden,
üblicherweise erfolgt die Versorgung von Femurfrakturen operativ.
Dabei kommt ein breites Spektrum operativer Verfahren zum Einsatz,
wie die Zugschraubenosteosynthese, die Osteosynthese mit der
dynamischen Hüftschraube (DHS), Gamma-Nagel-Versorgungen oder
andere Nagelosteosynthesen bzw. Plattenosteosynthesen.
In einigen Fällen ist die Versorgung mit einer Hüftendoprothese
angezeigt.
Nach erfolgter operativer Therapie ist zeitnah eine intensive
rehabilitative Nachbehandlung zur Wiedererlangung der Mobilität im
Alltag notwendig.
Die Rehabilitation geschieht auf Basis engmaschiger klinischer und
zeitgerechter röntgenologischer Verlaufskontrolle.
Je nach Frakturtyp und Versorgungsart erfolgt die Gangmobilisierung
an 2 Unterarmgehstützen, entweder unter Teilbelastung für die
betroffene Extremität oder idealerweise unter sofortiger Freigabe
der Vollbelastung postoperativ (dynamische Hüftschraube,
Gamma-Nagel, Hüft-TEP).
Frühfunktionell erfolgt eine umfassende tägliche
krankengymnastische Übungsbehandlung zu Lande und im Wasser, teils
als Einzel- und teils als Gruppentherapie.
In der frühen Reha-Phase nutzt man abschwellende Kälteapplikationen
für das Operationsgebiet.
Eine Magnetfeldtherapie kann zur Forcierung der Knochenbruchheilung
beitragen.
Ein besonderer Stellenwert kommt der manuellen Lymphdrainage im
Rahmen komplexer Entstauungsmaßnahmen für die geschädigte untere
Extremität zu.
Rehabilitationsbegleitend schult die Ergotherapie
gelenkgerechtes Alltagsverhalten bei Implantation von
Kunstgelenken.
Bei Notwendigkeit zur Hilfsmittelversorgung wird diese zeitnah
eingeleitet und noch während der Rehabilitationsmaßnahme von dem
mit unserer Klinik kooperierenden Orthopädiefachgeschäft realisiert
und ärztlich kontrolliert.
Das Rehabilitationsziel besteht in
Sollten Sie eine Femurfraktur erlitten haben, streben wir mit Ihnen gemeinsam die Wiederherstellung der bestmöglichen Funktionszustandes der verletzten Strukturen an, damit das Laufen wieder möglich wird und Spaß bereitet.
Kontaktieren Sie uns am besten per E-Mail: (Orthopaedie@reha-klinik.de)
Ihre
Dr. med. Petra Brückner
Fachärztin für Orthopädie
Fachärztin für Physikalische und
Rehabilitative Medizin, Sportmedizin,
Chirotherapie, Neuraltherapie, Akupunktur
- Chefärztin der Orthopädischen Abteilung -
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Aktualisiert am 25.08.2009