Schlechtes Schuhwerk, unphysiologische Belastungen sowie Überlastungen beim Sport führen dazu, dass die Funktionseinheit „Fuß“ nachgibt (dekompensiert). Es entstehen so zahlreiche Fußdeformitäten.
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Knick-Senk-Spreizfuß

Allgemeine Übersicht:

Der Fuß des Menschen wird durch den aufrechten Gang geprägt. Durch die Muskeln, Sehnen, Bänder und natürlich durch die knöchernen Strukturen werden zwei Gewölbe ausgebildet, die als dynamische Einheit die Fußfunktion gewährleisten. Durch den zivilisationsbedingten harten Bodenbelag (Asphalt, Pflaster, Beton usw.) werden natürliche Mechanismen (z. B. Barfußgehen auf unebenem Boden) zur Kräftigung der Fußbinnenmuskulatur wenig wirksam.

Schlechtes Schuhwerk, unphysiologische Belastungen sowie Überlastungen beim Sport führen dazu, dass die Funktionseinheit „Fuß“ nachgibt (dekompensiert). Es entstehen so zahlreiche Fußdeformitäten. Am häufigsten findet sich der sog. Senk-Spreizfuß, der eine Absenkung von Quer- und Längsgewölbe darstellt. Knickt dabei die Ferse nach außen ab, so entsteht der sog. „Knickfuß“.

Alle genannten Fußfehlformen müssen nicht unbedingt, können jedoch, zu Beschwerden führen. Die mit Abstand häufigsten Fußbeschwerden treten in der Praxis durch den Spreizfuß auf. Die Senkung des Quergewölbes führt zur Verbreiterung des Vorfußes, deshalb Spreizfuß. Die Belastung liegt nicht mehr auf dem 1. und 5. Mittelfußstrahl (Köpfchen), sondern auch auf den mittleren drei Strahlen. Diese sind der entstehenden Belastung nicht gewachsen. So entstehen Schmerzen im Vorfuß (beim Spreizfuß) bzw. Schmerzen im Bereich des Mittelfußwurzelanteils (Senkfuß).

Die spreizfußbedingte Fehlbelastung führt unter den Mittelfußköpfchen zu reaktiven und äußerst unangenehmen Schwielenbildungen.

Diagnostik:

Die Diagnose des Knick-Senk-Spreizfußes wird durch die klinische Untersuchung unter Beachtung der vom Patienten geklagten Beschwerden gestellt. Man findet eine Absenkung von Quer- und Längsgewölbe sowie eine Fersenabknickung (beim Vollbild des Knick-Senk-Spreizfußes). Ein Vorfuß-Kompressionsschmerz tritt genauso auf wie ein regionaler Bewegungsschmerz.

Therapie / Rehabilitation:

Im allgemeinen reicht eine konservative Behandlung des Knick-Senk-Spreizfußes aus, gelegentlich kann es erforderlich sein, störende Hornhautschwielen abzuschälen.

Das Schuhwerk wird überprüft (insbesondere hinsichtlich Vorfußenge oder zu geringer Länge, bezüglich Dämpfung und Absatzhöhe) und bei Notwendigkeit sinnvoll verändert. Entlastende bzw. gewölbestützende Einlagen (in der Regel nach Maß angefertigt) werden genutzt.

Kleine indikationsgerechte orthopädietechnische Maßnahmen können beim Knick-Senk-Spreizfuß helfen, bestehende Schuhkonflikte und damit Schmerzzustände zu minimieren.

Unter fachtherapeutischer Kontrolle, bzw. im weiteren Verlauf eigenständig, sind täglich Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur durchzuführen (Zehengreifen, barfuß gehen auf unebener Erde, z.B. auf Sand oder Waldboden, Arbeit mit der Fersenrolle oder Praktizierung eines Zehenspitzenganges).
Nennen möchte ich an dieser Stelle auch die möglichen, durch die Krankengymnasten durchgeführten Mobilisationstechniken für das Quergewölbe zur Linderung akuter und chronischer Spreizfußbeschwerden.
Begleitend können physikalische Therapiemaßnahmen eingesetzt werden (wie Zellenbäder).

Unsere orthopädische Abteilung sieht für Sie ein „strukturiertes fußtherapeutisches Programm“ vor.

Gern können Sie Kontakt mit uns aufnehmen, am besten per Mail: Orthopädie

Ihr

Dipl. Med. Andreas Wagner
Facharzt für Physikalische
und Rehabilitative Medizin,
Chirotherapie, Sportmedizin
und Naturheilverfahren
- Oberarzt der Orthopädischen Abteilung -

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