Orthopädische Therapiekonzepte für einzelne lndikationsgebiete Rehabilitative Therapien H a l s w i r b e l s ä u l e : Myotendinosen der HWS: Moor oder Fango manuelle Massagen diadynamische Ströme bds. paravertebral Manualtherapie ggf. Myotendinosen der HWS im akuten Fall: lokale Wärme evtl. ...
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Orthopädische Therapiekonzepte für einzelne lndikationsgebiete

Rehabilitative Therapien

H a l s w i r b e l s ä u l e :

Myotendinosen der HWS:
  • Moor oder Fango
  • manuelle Massagen
  • diadynamische Ströme bds. paravertebral
  • Manualtherapie ggf.
Myotendinosen der HWS
im akuten Fall:
  • lokale Wärme
  • evtl. Cervicalstütze
  • Antiphlogistika
  • Manualtherapie
in jedem Fall:
  • Haltungsschulung, Rückenschule
  • krankengymnastische Dehnung der dorsalen Muskulatur
  • isometrische Kräftigungsübungen der ventralen Halsmuskulatur

Myotendinosen der HWS mit degenerativen Veränderungen:

Im Prinzip gleiche Therapie, jedoch vorsichtig mit Extensionen, vorher unbedingt neurologischer Befund und Ausschluss einer Irritation der Arteria vertebralis. Quaddeln der Triggerpunkte, TENS-Gerät.

Bei Bandscheibenprolaps mit radikulärer Symptomatik: Extensionen, vorsichtige Krankengymnastik, zusätzlich Stangerbäder oder Zweizellenbäder mit Querdurchflutung.

B r u s t w i r b e l s ä u l e :

Myotendinosen im BWS-Bereich:
  • Rückenschule, BS-Bewegungsbad
  • Unterwassermassagen oder manuelle Massagen mit vorheriger Mooranwendung oder heißer Rolle
  • Manualtherapie
  • Dehnung der BWS- und Schultergürtelmuskulatur
  • Kräftigung des M. errector trunci
  • alternativ auch Kurzwelle und mittelfrequente Ströme
  • medizinische Trainingstherapie (gerätegestützt)
Bei interkostaler Schmerz-
ausstrahlung:
  • neuraltherapeutische Blockade
  • Manualtherapie
  • Atemgymnastik

L e n d e n w i r b e l s ä u l e :

Myotendinosen der LWS ohne degenerative Veränderungen:

Rückenschule obligat

  • Unterwassermassagen
  • Kurzwelle
  • Interferenz- oder Ultrareizströme bds. paravertebral
  • Manualtherapie, insbesondere auch des ISG-Gelenkes
  • Dehnung der paravertebralen Muskulatur und des M. quadriceps mit Kräftigung des M. glutaeus max. und der Bauchmuskeln (bei allen Bauchmuskelübungen darf nicht die Lendenlordose verstärkt werden).
  • Haltungsschulung bei ausgeprägter Fehlhaltung

Einzelgymnastik
Bandscheiben-Bewegungsbad
lndikationsgerechte medizinische Trainingstherapie
Muskelaufbau

Myotendinosen der LWS mit degenerativen Veränderungen:

  • im Prinzip gleiche Therapie
  • zusätzlich beim Baastrup-Phänomen lokale Infiltration und MT (kyphosierende Hakelzugtraktion) - Extensionen der LWS (unter Verwendung Extensionstisch)

Bei Spondylarthrose:

  • diadynamische Ströme oder Ultraschall allein
  • Infiltration der Gelenkfacetten.
  • Bei Facettensyndrom oder engem Spinalkanal in Einzelkrankengymnastik kyphosierend arbeiten.

Bei chronischem Verlauf:

  • TENS-Gerät
  • Stochastische Ströme
  • Schmerzverarbeitungsprogramm - psychol. "orthopädische Schmerzgruppe"
  • ggf. Arbeitstherapie

Beim Bandscheibenvorfall mit Ischialgie:

  • vorsichtige Extensionen
  • lokale Wärme
  • keine Unterwassermassagen
  • allerhöchstens leichte Handmassagen
  • Kältetherapie im Verlauf des N. ischiadicus
  • paravertebrale Blockaden, evtl. lnfusion o. Sacralanästhesie
  • Stufenbett
  • vorsichtige kyphosierende Krankengymnastik, lsometrie, ggf. auch Krankengymnastik
  • Stangerbäder
  • galvanischer Strom mit Längsdurchflutung des betroffenen Beines
  • evtl. Schmerzgruppe als psychologische Mitbehandlung.

S c h u l t e r (Sonographie wenn indiziert)

Bei allen chronischen Schultererkrankungen ist eine gezielte Bewegungstherapie notwendig, mit Einzelgymnastik und ergotherapeutischer Mitbetreuung (helparm) und Schulterbehandlung nach Bobath.

Bei allen Schultererkrankungen immer nach lnsertionstendopathien der umgebenden Muskulatur fahnden und diese mit lnfiltrationen und Bewegungsübungen (Dehnung) behandeln. Auch an das sog. Syndrom der langen Bizepssehne denken (und entweder mit Ultraschall oder lnfiltrationen therapieren) sowie an Kompress. des N. suprascapularis

Für alle Gelenkerkrankungen Arthrosevortrag und individuelle Gelenkschulung obligatorisch.

Akutes Supraspinatus-Syndrom (akute Bursitis):

  • Antiphlogistika
  • ggf. Ruhigstellung mit Abduktionskeil
  • Infiltration mit Kortikoid
  • lokale Eisbehandlung, tgl. Kryotherapie, kalte Moorpackungen.
  • evtl. Einzelkrankengymnastik mit Mobilisationstechniken

Chronisches Supraspinatus-Syndrom:

  • Bewegungstherapie
  • lontophoresen
  • kombinierte Ultraschall- und diadynamische Strombehandlung
  • Einzelgymnastik mit Mobilisation zur Dehnung der subacromialen Gleitebene
  • Mobilisation der scapulo-thorakalen Gleitfläche
  • TENS-Gerät

Akute Schultersteife:

  • Eisbehandlung
  • lokale Injektionen

Chronische Schultersteife:

  • Bewegungstherapie nach Eisanwendung
    sonst wie beim chron. Supraspinatus-Syndrom

Ruptur der Rotatorenmanschette:

  • OP-Indikationen, bei konservativen Therapieversuchen wie oben mit isometr. Kräftigung der kompensierenden Muskulatur

Arthrose des AC-Gelenkes:

  • Infiltration des Gelenkes
  • Bewegungstherapie
  • Vermeidung von forcierter Adduktion
  • lontophorese

Fingerpolyarthrose:

Fingerpolyarthrose ohne Synovialitis (degenerative Veränderungen von Fingermittel- und Fingerendgelenken sowie des Daumensattelgelenkes).

Verordnung von

  • Fingergruppe
  • Sandbad
  • Zweizellenbad
  • wenn noch nicht im Stadium der Ankylosierung vorsichtig mobilisierende Behandlung im Rahmen der Einzelkrankengymnastik.

Hüftgelenk:

Synovialitis (Ultraschalluntersuchung):

  • lokal Eis
    Antiphlogistika
  • Ruhigstellung an 2 Unterarmgehstützen
  • ggf. intraarticuläre Injektion

Periarthrotische Reizzustände:

  • Kurzwelle
    lnterferenzströme
  • ggf. lokale Infiltration der schmerzhaften Muskelansätze
  • krankengymnastische Übungen zur Dehnung der Kontrakturen

In beiden Fällen Extension des Hüftgelenkes, bei akutem Geschehen manuell mit mäßigem Zug, bei Periarthrose auch kräftig maschinell.

Bursitis trochanterica:

  • IF-Ströme
  • Kurzwelle oder lnjektionstherapie mit Cortison
  • je nach Verträglichkeit Kryotherapie

lnsertionstendopathie der kleinen Glutaeen:
Gerade bei Hüftdysplasie, Coxa valga oder Coxa vara kommt es sehr häufig zu Insertionstendopathien der kleinen Glutaeen, die einer lnfiltrationsbehandlung gut zugänglich sind in Verbindung mit Krankengymnastik.

Kniegelenk global:
Bei allen Kniegelenkserkrankungen ist eine sichere muskuläre Führung anzustreben, insbesondere des Quadriceps, deshalb immer zumindest isometrische Kräftigungsübungen.

Akute Synovialitis:

  • lontophoresen
  • kalte Moorpackungen, Kryotherapie
  • bei Erguss Punktion, ggf. intraarticuläre Injektion

Bei eindeutiger Meniskussymptomatik:

  • Ruhigstellung an Unterarmgehstützen
  • Lagerung auf Braun'scher Schiene
  • lokal Eis
  • manuelle Therapie

Gonarthrose:

  • retropatellar betont: lontophoresen
  • Fahrradergometrie

Bei Befall des medialen oder lateralen Kompartimentes:

  • manuelle Dehnung des befallenen Kompartiments
  • lokale lnfiltrationstechnik an den Band- oder Muskelansätze
  • ggf. Schuhzurichtung zur Entlastung des befallenen Kompartiments

Oberes Sprunggelenk:

Synovialitis (Sonographie):

  • lontophoresen
  • Enelbin kalt zur Nacht
  • Kälteanwendung (kaltes Moor, Kaltluft)
  • unbedingt Entlastung
  • ggf. intraarticuläre Injektion

Arthrosen:

  • ggf. Schuhversorgung mit Abrollhilfe
  • Dehnung des M. gastrocnemius
  • Kräftigung des Tibialis anterior

Fußfehlformen:

  • Einlagenversorgung überprüfen

Bei Spreizfuß mit Morton'scher Neuralgie:

  • manuelle Entwicklung des Quergewölbes (Zeltstocktechnik) mit Querdurchflutung
  • diadynamische Ströme
  • TENS-Gerät
  • ggf. Einlagenversorgung mit Moos-Gummibettung und Schuhzurichtung mit Schmetterlingsrolle

Fersensporn (dorsal und plantar):

  • Ultraschall
  • lokale Infiltration
  • Einlagerung mit Bettung
  • evtl. Akupunktur

Haglund-Exostose:

  • lokal antiphlogistisch
  • geeignetes Schuhwerk, d.h. entweder Sandale mit Riemen oder hohes Schuhwerk mit Fassung des gesamten Rückfußes

Akute Schmerzen bei Hammerzehe mit Clavusbildung:

  • Homannscher Zügelverband
  • Entwicklung des Fußquergewölbes

HalIux rigidus:

  • manuelle Mobilisation
  • ggf. intraarticuläre Injektion
  • ggf. Einlagenversorgung Plexidur oder V2 A-Stahl mit vorgezogener Großzehenlasche

Grundsätzliche Ratschläge für Patienten mit Arthrosen der unteren Extremität:

  • viel Bewegen unterhalb der Schmerzgrenze (wer rastet, der rostet)
  • zum ADRV-Bundngen von Belastungsspitzen gelegentliche Zuhilfenahme eines Handstockes
  • Tragen von Schuhen mit Gummisohlen
  • Vermeiden von längeren Gehstrecken auf hartem Untergrund (Pflastertreten, sehr gut dagegen Teppichboden)
  • regelmäßiges Bewegungstraining zur Muskelkräftigung und Erhaltung der Beweglichkeit.
Grundsätzlich alternative Behandlung nicht vergessen!

Zum Beispiel Akupunktur - bevorzugt bei

  • Kopfschmerz
  • LWS-Schmerz mit lschialgie
  • Epikondylitis, schmerzhafter Schulter
  • Raucherentwöhnung
  • Gewichtsreduktion
  • bei Diabetes mellitus Typ II - Diabetes Kompaktprogramm verordnen
  • bei Raucher - Raucherentwöhnungsprogramm
  • bei Adipositas - Adipositaskompaktprogramm

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