
Oft wird vereinfachend von Muskelkrankheiten oder Muskelschwund gesprochen, es werden aber die neuromuskulären Erkrankungen gemeint. Was ist der Unterschied? Muskelkrankheit en sind streng genommen nur die Erkrankungen des Muskels selbst. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Muskeldystrophien, die Muskelentzündungen und die Stoffwechselerkrankungen des Muskels, die metabolischen Myopathien. Zu den neuromuskulären Erkrankungen sind darüber hinaus aber auch die Erkrankungen der den Muskel aktivierenden (innervierenden) Nervenfasern zu rechnen. Besonders sind hier die neuralen und die spinalen Muskelatrophien zu nennen. Hier ist der Muskel das Organ, durch dessen Schwäche die Erkrankung auffällt. Er ist aber nur indirekt betroffen durch die Erkrankung des Nerven. Der Vereinfachung halber werden wir aber auch hier von Muskelkrankheiten sprechen.
In der Klinik Hoher Meissner werden Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen von einem interdisziplinären Behandlungsteam, bestehend aus Ärzten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und Psychologen behandelt.
Die ambulante Therapie ist wichtig zum Aufrechterhalten der Fähigkeiten. Um latent vorhandene Fähigkeiten und muskuläre Funktionen zu verbessern, den Verlauf damit günstig zu beeinflussen, ist die stationäre Rehabilitation notwendig. Sie sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Wenn die Erkrankung durch Verschlechterung von Funktionen es erfordert, kann sie in deutlich kürzeren Abständen erfolgen als alle vier Jahre, beispielsweise jährlich. Mit einem entsprechenden Antrag durch den Hausarzt oder betreuenden Neurologen wendet man sich an den zuständigen Kostenträger. Für Berufstätige ist der zuständige Kostenträger der Rentenversicherungsträger, also DRV-Bund oder LVA. Geht es bei der Reha-Maßnahme nicht um den Erhalt der Arbeitsfähigkeit, ist die Krankenkasse anzusprechen.
Die Behandlung muss in einer Rehabilitationsklinik stattfinden, die in der Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen kompetent ist. In der Klinik Hoher Meissner werden regelmäßig Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen behandelt. Ziele der Therapie und insbesondere der Rehabilitation bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen sind die Verbesserung und das Erhalten der Selbständigkeit in der Beweglichkeit und Selbstversorgung sowie der Teilhabe am sozialen Leben. Konkret werden die Besserung der muskulären Schwäche, die dosierte Kräftigung und insbesondere Funktionsverbesserung angestrebt. Oft bilden sich Verkürzungen der erkrankten Muskelgruppen (Kontrakturen) und Skoliosen (Verbiegungen der Wirbelsäule aus, gegen die ebenfalls trainiert werden muss. Bei einigen Erkrankungen können Störungen der Lungenfunktion entstehen. Entsprechend ist unter anderem ein gezieltes Atemtraining notwendig. Logopädisch wird im Falle von Schluckstörungen geübt. Ein großes Problem ist wie bei vielen chronischen Erkrankungen oft die Krankheitsverarbeitung. Hierfür ist die psychologische Behandlung notwendig.
... zur Übernahme der Kosten der Rehabilitation durch den entsprechenden Kostenträger finden Sie hier als PDF-Dokumente:
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Aktualisiert am 12.03.2009