
Bad Sooden-Allendorf. "Wer gehen erlernen will, muss gehen". Ein einfacher Grundsatz, den Privatdozent Dr. Stefan Hesse aus Berlin in ein medizinisches Gerät umgesetzt hat. Der von ihm entwickelte "Gangtrainer" soll rollstuhlpflichtigen Patienten dabei helfen, ihre Gehfähigkeit wiederzuerlangen. Ein Exemplar dieser Maschine steht nun auch in der Rehabilitationsklinik "Hoher Meissner".
Feierliche Übergabe: Entwickler Dr. Stefan Hesse (links), Klinikleiterin Gisela Wicker und Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der neurologischen Abteilung, nehmen das neue Therapiegerät in Betrieb. Die Maschine, in die der Patient hineingehängt wird, führt Laufbewegungen aus, um die Beine zu schulen.
Für einen Vortrag zum Thema motorische Rehabilitation und eine Vorführung des neuen Geräts besuchte Hesse am Mittwochabend die Klinik. Er ist der Ansicht, dass Maschinen einen wichtigen Teil zum Bewegungstraining leisten können: "Neben der manuellen Therapie erreichen Maschinen einfach eine höhere Behandlungsintensität." Dazu entwickelte er seinen Gangtrainer von 1996 bis 1999. Inzwischen wird das CE-zertifizierte Gerät in mehreren europäischen Ländern erfolgreich eingesetzt.
Bei der Therapie führt das Gerät Laufbewegungen aus, die die
Beine des Patienten, der mit einem Gurt stabilisiert wird,
"schulen" sollen. Durch ständiges Training soll so eine
Verbesserung der Gehfähigkeit erreicht werden. Der Preis für die
Maschine liegt nach Hesses Angaben etwa bei einem C-Klasse-Mercedes
- genauer wollte er nicht werden.
Klinische Untersuchungen zeigten, dass Kinder mit Cerebralsklerose,
inkomplett Querschnittsgelähmte, Schädelhirntrauma-, Multiple
Sklerose- und Parkinson-Patienten sowie Patienten mit Gelenkersatz
von der Therapie auf dem Gangtrainer funktionell profitieren
könnten. Dies verspricht man sich nun auch in der Klinik Hoher
Meissner.
Dr. med. Carsten Schröter, Chefarzt der neurologischen Abteilung,
zeigte sich erfreut: "Seit zwei Jahren behandeln wir auch schwere
Schlaganfallpatienten. Mit dem neuen Gerät können wir diese
Menschen auf jeden Fall besser therapieren."
Nach der offiziellen Inbetriebnahme des Gerätes per Banddurchschnitt durch Klinikleiterin Gisela Wicker führte Hesse das Gerät mit einem Klinikpatienten vor. (MSX).

Feierliche Übergabe: Entwickler Dr. Stefan Hesse (links), Klinikleiterin Gisela Wicker und Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der neurologischen Abteilung, nehmen das neue Therapiegerät in Betrieb. Die Maschine, in die der Patient hineingehängt wird, führt Laufbewegungen aus, um die Beine zu schulen. FOTO: SCHÜLBE
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Aktualisiert am 24.02.2009