
Schlaganfallmobil
(HNA, 12.03.2002)
Riesenandrang herrschte am Montag im Soodener Kurpark: Grund war aber kein Fest, sondern der Besuch des Schlaganfall-Infomobils und die Beratung durch Experten.
Schlange stehen: hieß es für die Interessierten beim Blutdruckmessen. Elvira Spohn schaut konzentriert zu, als Rosel Zöger ihr die Manschette anlegt. (FOTO: Preiss)
Bad Sooden-Allendorf.
Kaum hatte das
Info-Mobil der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe vor dem Salzamt
im Kuramt geparkt, schon standen die Leute in einer meterlangen
Schlange davor. "Die Warteliste ist rappelvoll. Bevor wir aufgebaut
hatten, standen schon 50 Leute an", gibt Rainer Knospe, betreuender
Arzt im Schlaganfallmobil Auskunft.
Wegen der großen Nachfrage werden von Mitarbeitern der Klinik Hoher
Meissner Tische mit Info-Material aufgebaut. Bärbel Mönicke und
Rosel Zöger aus der neurologischen Abteilung der Klinik messen in
Akkordarbeit Blutdruck, Puls und Blutzucker.
Im Gästehaus nebenan sitzt Apothekerin Dr. Meike Schöniger, um den
Cholesteringehalt im Blut zu bestimmen. Auch hier stehen die Leute
schon bis vor die Tür. Die Messwerte werden auf Bögen vermerkt. Die
Probanden haben dann die Möglichkeit, diese Ergebnisse ihrer
Untersuchungen auswerten zu lassen.
Dr. Carsten Schröter, Chef der Neurologischen Abteilung der
Klinik Hoher Meissner und Initiator der Aktion, steht bereit, um
die Menschen individuell zu beraten. Er klärt auf, dass
Risikofaktoren wie zu hoher Blutdruck, schlechte Zucker- und
Cholesterinwerte einen Schlaganfall begünstigen. Außerdem
informiert er, wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt
vorgebeugt werden kann, beispielsweise durch gesunde Ernährung und
ausreichende Bewegung. Schröter freut sich über den Andrang und das
Interesse der Bürgerinnen und Bürger.
Am Info-Tisch sitzt auch Diätberaterin Petra Hartmann und gibt
Interessierten Tipps zur gesunden Ernährung. Vor ihr liegen
verführerische Gesundheitssnacks zum Probieren.
Diejenigen, die sich am Montag früh genug auf den Weg gemacht haben und auf der Warteliste für das Info-Mobil stehen, haben auch die Möglichkeit, sich von dem Arzt der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, Rainer Knospe, ausführlich beraten zu lassen. Auch er misst Blutdruck, Puls, Zucker und Cholesterin und gibt die Werte in einen Computer ein.
Ergebnis Risikoprofil
Nachdem die Untersuchten einen persönlichen Fragebogen bezüglich
eventueller Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen und
Lebensgewohnheiten beantwortet haben, wertet der Computer die
Ergebnisse aus. So entsteht ein individuelles Risikoprofil für die
Gefahr eines Schlaganfalles oder Herzinfarktes.
Dr. Carsten Schröter kommt derweil gar nicht zur Ruhe, weil er
von einer Traube Fragender umringt ist. Neben der ärztlichen
Beratung und der Information durch Mitarbeiter des
Kurmittelzentrums in der Badestadt können sich Interessierte vor
Ort auch bei Mitgliedern der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
Werra-Meißner schlau machen.
Die Vorsitzende Margot Witzel ist begeistert über das große
Interesse am Schlaganfall-Mobil. "Es sei wichtig, sich über die
Krankheit Schlaganfall und auch über die Folgen zu informieren,
denn viele Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben,
isolieren sich", weiß Margot Witzel.
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Aktualisiert am 24.02.2009