
"Einschlag mitten im Leben" - Autorenlesung am 09. Mai in
der Klinik Hoher Meissner
Von Dieter Möller
(HNA vom 03. Mai 2006)
Bad Sooden-Allendorf.
Aus heiterem Himmel
erleidet die Autorin Ulrike Menke im Alter von 45 Jahren einen
Schlaganfall. Jung und bislang gesund, fällt sie nicht in das
Raster einer typischen Schlaganfallpatientin und so vergehen sechs
Tage, fünf Arztbesuche sowie drei Schlaganfälle, bis die Diagnose
Schlaganfall gestellt wird und die Behandlung beginnen kann. Als
eine von jährlich 250.000 betroffenen Schlaganfallpatienten in
Deutschland steht das Leben der selbständigen Unternehmerin,
Hausfrau und Mutter plötzlich an einem Wendepunkt. Aus tiefster
Verzweiflung und Hilflosigkeit findet sie den Weg ins "neue alte
Leben" und doch ist nichts mehr wie vorher.
Am kommenden Mittwoch, 10. Mai 2006, ist in Deutschland der "Tag
des Schlaganfalls". Im Vorfeld dieses Tages, am Dienstag, den 09.
Mai um 19 Uhr, lädt die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
Werra-Meissner in Zusammenarbeit mit Dr. med. Carsten Schröter,
Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner in
Bad Sooden-Allendorf und Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche
Schlaganfallhilfe, in die Klinik im Ortsteil Sooden zu einer Lesung
mit Ulrike Menke.
Schonungslose Offenheit
Die Autorin berichtet schonungslos von ihren Erlebnissen, Emotionen
und Umständen der schlimmsten Zeit ihres Lebens. Für betroffene
Schlaganfallpatienten, deren Familien und Freunde bietet das Buch
wertvolle Informationen, über die die Autorin selbst gerne im
Akutzustand verfügt hätte. Es hätte ihr damals Mut und Hoffnung
vermitteln können. Insbesondere beinhaltet es Wissenswertes für
junge Schlaganfallpatienten, denn nach Erfahrung der Autorin
handelt es sich noch immer um eine Krankheit, in der sie sich als
junge Frau unglaublich allein gelassen, hilflos und unverstanden
fühlte.
Das Geleitwort zum Buch stammt vom früheren Bundesaußenminister
Hans-Dieterich Genscher, der u. a. ausführt: "Dieser beeindruckende
Erfahrungsbericht zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig über die
Risiken, erste Anzeichen und die Folgen eines Schlaganfalls – der
dritthäufigsten Todesursache in Deutschland – informiert zu sein.
Ein Schlaganfall bedeutet immer eine alle Lebensbereiche berührende
durchgreifende Veränderung, bei der die Betroffenen auf die Hilfe
und den Zuspruch von außen angewiesen sind."
"In jedem Jahr gibt es 250.000 Schlaganfall-Erkrankte, da das
Potential der Vorbeugung noch nicht ausreichend ausgenutzt wird. Es
bleibt daher weiterhin wichtig, die Menschen, ob jung oder alt, für
das Thema zu sensibilisieren", verweist Dr. med. Carsten Schröter
auf den Hintergrund des Tages des Schlaganfalls. "Wie man an der
Autorin sieht, können auch junge Menschen einen Schlaganfall
erleiden, so dass die Thematik für alle Altersschichten
gleichermaßen wichtig ist". Der Eintritt zur Lesung ist frei.
Hintergrund
Stichwort Schlaganfall:
Beim Schlaganfall handelt es sich um eine plötzlich auftretende
Durchblutungsstörung des Gehirns, einen Hirninfarkt oder eine
Hirnblutung. Ein Schlaganfall ist nach Herz-Kreislauferkrankungen
und Tumorerkrankungen die dritthäufigste Todes Ursache in den
Industrieländern
Darüber hinaus stellt ein Schlaganfall den wichtigsten Faktor für
Langzeitbehinderung in Europa dar. Es wird angenommen, das in
Deutschland etwa 250.000 Personen jährlich an einem Schlaganfall
erkranken und ca. 100.000 Menschen mit den Folgen eines
Schlaganfalls leben.
Was ist bei Auftreten eines Schlaganfalls zu tun? Wie der
Herzinfarkt ist er ein medizinischer Notfall. Für eine gute
Erstversorgung ist daher umgehend ein Transport in ein Krankenhaus
vorzunehmen. Da Schmerzen fehlen, wird der Schlaganfall oft nicht
als Notfall erkannt, und viele Patienten und Angehörige zögern, den
Notruf abzusetzen. Daher ist die Kenntnis der Erstsymptome des
Schlaganfalls besonders wichtig.
Typische Zeichen eines Schlaganfalls sind: Plötzlich auftretende
Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen in einer Körperhälfte,
Einengung der Gesichtsfelder, Doppeltsehen, Sehverlust,
Gangunsicherheit, Stürze ohne erkennbare Ursache, akut auftretender
Schwindel, Sprachstörungen und Schluckstörungen.
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Aktualisiert am 24.02.2009