
Workshop in Klinik Hoher Meissner zeigte Perspektiven zur Sozialarbeit im Krankenhaus auf
(HNA, 24.04.2004)
Bad Sooden-Allendorf:
Unter dem Gesichtspunkt der Umwälzung im Gesundheitswesen wird die
Arbeit der Sozialarbeiter heutzutage schwieriger und umfangreicher.
Zugleich ist der Arbeitsplatz bedroht. So werden Arbeiten zum Teil
von anderen Berufsgruppen mit übernommen, beispielweise Verlegungen
durch Ärzte geplant, Überleitung zur ambulanten Pflege durch
Pflegepersonal übernommen.
Vor diesem Hintergrund stand der dritte Workshop für Sozialarbeiter, zu dem die Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf am Donnerstag eingeladen hatte. Bei der ersten Veranstaltung ging es um Qualitätsmanagement, bei der zweiten um die Zukunft des Krankenhaussozialdienstes zwischen Qualität und Kostenrechnung. Und der dritte stellte jetzt die Fortsetzung dar unter dem Motto: "Krankenhaussozialdienst -Konstruktive Ansätze in stürmischen Zeiten."
Um in diesen Zeiten zu bestehen, wurde den 40 Sozialarbeitern vorwiegend aus der Region, aber auch aus dem Raum Hannover Mut gemacht und aussichtsreiche Veränderungen in ihrem Berufsbild vorgestellt. So hat Sabine Prange, die Leiterin des Sozialdienstes in der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf, ein Fallklassifikationssystem entwickelt, mit dem sie auf die Aufgaben der Sozialarbeiter konkret darstellen kann. Zudem werden diese berechenbar gemacht, was sowohl für den Klinikträger, aber auch für die Sozialarbeiter selbst hilfreich ist, wie Prange erläuterte.
Durch frühzeitige Einbeziehung des Sozialdienstes können auch situationsgerechte Entscheidungen in enger Absprache mit dem Patienten gebahnt werden, fassten Chefärztin Dr. Petra Brückner und Chefarzt Dr. Carsten Schröter die Ausführungen der Expertin zusammen. Beispielsweise könne bei einsetzender Demenz zu einem Zeitpunkt, wo der Patient seine eigenen Belange noch regeln kann, für spätere Zeiten Vorsorge getroffen werden. So könne eine gerichtliche Betreuung umgangen werden.
Mit Einzug eines Vergnügungssystems für Krankenhausbehandlung wird nun die durchschnittliche Verweildauer der Patienten in der Klinik verkürzt. Daraus ergibt sich, das möglicherweise bereits zum Aufnahmetermin die Entlassung und die nachstationäre Betreuung -beispielsweise die Rehabilitation nach einer Hüftoperation- geplant werden muss. Hier wird von einem s. g. Entlassungsmanagement gesprochen. Hier wird auch vom Medizin-Controller Christoph Stephan vom Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden bei Hannover die Schlüsselstellung des Sozialdienstes zur Wirtschaftlichkeit der Klinik gesehen.
(SFF)
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Aktualisiert am 24.02.2009