
Großen Zuspruch fand die erste Soodener Schmerzwoche in der Klinik Hoher Meissner
(HNA, 31.03.2003)
Von Monika Unger
Bad Sooden-Allendorf. Glücklich und zufrieden mit der Resonanz der ersten Soodener Schmerzwoche waren die Macher. Chefärztin Dr. Petra Brückner, Chefarzt Dr. Carsten Schröter und Psychologe Jürgen Baum referierten anschaulich über der verschiedenen Bereiche der Schmerztherapie.
Nach dreimonatiger Vorbereitung stand das Wochenprogramm für
Interessierte aus dem Werra-Meissner-Kreis und dem eigenen Haus,
der Klinik Hoher Meissner. Die Besucherzahlen der Veranstaltungen
im Vortragssaal der Klinik dokumentierten das rege Interesse für
die Beiträge über Fibromyalgie (Muskulärer- oder auch
Weichteilrheumatismus), Migräne, Arthrose, Gürtelrose und
Bandscheibenvorfall sowie den abschließenden Therapietag.
Der Vortrag über Arthrose-Schmerzen bei Gelenkverschleiß der
Chefärztin für Orthopädie, Dr. Petra Brückner, war der absolute
"Renner" mit 130 Besuchern, gefolgt von den Ausführungen zum Thema
Fibromyalgie des Chefarztes der Neurologischen Abteilung, Dr.
Carsten Schröter. Insgesamt kamen vierhundertzwanzig meist
Betroffene, um sich Informationen und Rat zu holen.
Der Therapietag am Samstag gab den Anwesenden die Gelegenheit, mit
den drei Referenten zwischen den Themenvorträgen interessante
Gespräche über alte und neue Medikamente in der Schmerztherapie,
physikalische und Trainingstherapie und psychologische
Schmerztherapie zu führen. Psychologe Jürgen Baum, seit 1993 an der
Klinik tätig, gab Einblicke in das Zusammenspiel von Schmerz und
Psyche.
"Es ist gut, dass der zusätzliche Stress, neben dem normalen Klinikalltag, ein Ende hat. Aber der Erfolg bestärkt uns darin, die Schmerzwoche fest zu etablieren," sieht Petra Brückner in die Zukunft. Der nächste wichtiger Termin für die engagierte Ärztin ist jetzt der 2. April. An diesem Mittwoch wird die Orthopädin, die seit 1990 an der Klinik tätig ist, als Chefärztin in ihr Amt eingeführt.
Viele Gespräche: Zwischen den Vorträgen bestand reichlich Zeit für Fragen an die Refereten. Dr. Carsten Schröter, Dr. Petra Brückner und Dipl.-Psychologe Jürgen Baum. FOTO: Unger
Hintergrund
Millionen Menschen leiden täglich
Der Schmerz hat
lebenserhaltende Funktion, denn er weist auf eine drohende
Schädigung des Körpers hin. Durch die Schmerzwahrnehmung wird eine
Schutzreaktion ausgelöst. Probleme beginnen dann, wenn der Schmerz
zu einer eigenen Erkrankung und damit chronisch wird. Fünf
Millionen Bundesbürger sind davon betroffen. Als Volkskrankheit
gelten chronische Rückenschmerzen, nur 15 bis 30 Prozent bleiben
vollständig davon verschont. Eine weitere chronische Erkrankung,
die zunehmend in den Blickpunkt gerät, ist die Fibromyalgie. Es
handelt sich um ein den ganzen Körper betreffendes Schmerzsyndrom,
oft verbunden mit Schwächegefühl, Müdigkeit, Schlafstörungen,
Kopfschmerzen und erhöhter Infektanfälligkeit. Aktivierende,
bewegungsfördernde Therapiekonzepte und zunehmende Anerkennung der
psychologischen Schmerztherapie sind einige der Spektren zur
Behandlung chronischer Schmerzen. (ZMU)
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Aktualisiert am 24.02.2009